„Gateway-Effekt“-Theorie von E-Zigaretten endgültig widerlegt

Durchschnittsalter beim Erstkonsum von E-Zigaretten liegt bei über 30 Jahren – Mär von der „Einstiegsdroge“ mit bundesweiter Erhebung endgültig widerlegt

Die neueste Studie des Münchner Instituts für Therapieforschung (IFT) zeigt: E-Zigarette führt nicht zum Tabak-Konsum – sondern zum Tabak-Stop.

Das Münchner Institut für Therapieforschung hat im Januar 2017 eine bundesweite Erhebung zum Suchtmittel-Konsum in Deutschland herausgegeben. Aufgeschlüsselt ist die Untersuchung (Survey) nach Bundesländern: Substanzkonsum und Hinweise auf klinisch relevanten Konsum in Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein Westfalen, Sachsen und Thüringen. Hier finden Sie die Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2015.

Der Survey weist nach, dass das Durchschnittsalter beim Erstkonsum von E-Zigaretten bundesweit bei 31,3 Jahren liegt. Zum Vergleich: Das Einstiegsalter bei Tabak liegt im Bundesdurchschnitt bei nur 15,8 Jahren.

Deutlicher kann man nicht nachweisen, dass die E-Zigarette eben nicht zur Tabak-Zigarette führt, wie Kritiker der Tabak-Alternative immer wieder behaupten und suggerieren wollen. Ein sogenannter „Gateway-Effekt“ liegt also nicht vor. Die große Gefahr, die auf dem Schulhof oder in der Jugend-Clique lauert, ist nach wie vor die Tabakzigarette.

Die 30-Tage-Prävalenz des Tabakkonsums bei den 18- bis 24-Jährigen lag laut IFT 2015 zwischen 19,6 Prozent (Hamburg) und 29,4 Prozent (Thüringen). Hingegen konsumierten nur zwischen 4,7 Prozent (Sachsen) und 8,5 Prozent (Thüringen) dieser Altersgruppe in den letzten 30 Tagen E-Zigaretten – also deutlich weniger.

Nur 2,9 Prozent der Befragten insgesamt haben in dem Survey angegeben, in den letzten 30 Tagen eine E-Zigarette konsumiert zu haben. Die Aufregung, die mancherorts mit Blick auf die E-Zigarette herrscht, ist vor diesem Hintergrund kaum nachzuvollziehen. Der Anteil derer, die innerhalb dieses Zeitraumes zur Tabakzigaretten gegriffen hätten, liegt laut der Studie bundesweit bei 28,7 Prozent und ist damit fast zehnmal so groß.

Mittlerweile empfehlen immer mehr Ärzte und Suchtforscher das E-Dampfen als weniger schädliche Alternative für süchtige Tabakraucher. Das Bündnis für Tabakfreien Genuss hatte darüber berichtet:

Die Erhebung des IFT ist eine „bevölkerungsrepräsentative Studie zum Monitoring des Substanzkonsums“ und seiner Folgen in Deutschland. Die E-Zigarette wird in einem eigenen Unterkapitel behandelt. Die Ergebnisse machen klar:

Die risikoärmere Alternative zur Tabak-Zigarette wird eindeutig überwiegend von Erwachsenen konsumiert, während hingegen Tabak immer noch eine große Rolle bei jungen Menschen spielt. Somit ist ein weiteres Mal die „Gateway-Effekt“-Theorie von E-Zigaretten wissenschaftlich widerlegt.