Ärzteorganisation in Australien spricht sich für E-Zigarette aus
E-Zigaretten laut Empfehlung „dringend benötigt“, um Tabaksucht zu bekämpfen.

München, 28. Juli 2017 – Eine kleine gesundheitspolitische Sensation hat sich in Australien und Neuseeland ereignet: Der dortige Verband der Psychiater, das „Royal Australian and New Zealand College of Psychiatrists (RANZCP)“, in dem über 4000 Psychiater und Suchtforscher zusammengeschlossen sind, hat sich aktiv und unmissverständlich für die Zulassung und den freien Verkauf von E-Zigaretten und Liquids ausgesprochen. Hier die offizielle Empfehlung der Experten.

Australien ebenso wie Neuseeland regulieren bislang die E-Zigarette sehr strikt. Nikotinhaltige E-Zigaretten beispielsweise dürfen offiziell nur auf ärztliches Anraten, also quasi nur auf Rezept, erworben werden. Der Import von nikotinhaltigen E-Zigaretten zum Eigenbedarf ist allerdings erlaubt. Die Regelungen unterscheiden sich in den verschiedenen australischen Bundesstaaten. Siehe z.B. das E-Zigarettenportal OZVAPORTrotz Restriktionen steigen auch in Australien und Neuseeland immer mehr Raucher auf die E-Zigarette um. Im Rahmen einer öffentlichen Befragung zur E-Zigaretten-Regulierung haben die RANZCP-Mitglieder  die Gesundheitspolitiker ihrer beiden Länder zu einer Kurskorrektur aufgefordert. Ihr Hauptargument: Die E-Zigarette würde im Kampf gegen die gesundheitlich desaströse Tabaksucht „dringend benötigt“, da sie eine empfehlenswerte Alternative zur herkömmlichen Tabakzigarette sei.

Von Großbritannien lernen

Wichtige Argumente für ihre Empfehlung haben sich die australischen Suchtforscher offenbar auch aus England geholt: Zum ersten Mal in der Geschichte ist die Zahl der Tabak-Raucher in Australien höher als in Großbritannien. Der Grund: Großbritanniens Gesundheitsministerium verfolgt den ehrgeizigen Plan, das Vereinigte Königreich in absehbarer Zeit tabak- und damit rauchfrei zu bekommen. (Hier der Link zum nationalen Strategieplan „Towards a Smokefree Generation: Tobacco Control Plan for England) Raucher zum Umstieg auf die E-Zigarette zu bewegen, spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Dementsprechend argumentiert Dr. Colin Mendelsohn, einer der profiliertesten Spezialisten für Tabakentwöhnung in Australien: „Viele Raucher greifen zur E-Zigarette, um mit dem Rauchen aufhören zu können. Im Jahr 2016 haben schätzungsweise zwei Millionen Raucher solche Alternativen benützt und mit dem Rauchen komplett aufgehört. Weitere 470.000 Raucher benützen E-Zigaretten als Hilfe bei der Suchtentwöhnung.“ (Hier der Link zur Website und dem Gesundheits-Blog von Dr. Mendelsohn)

Die Entwicklungen in Australien und England sind, so der Vorsitzende Dustin Dahlmann vom Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG), „ein wichtiges Fanal für die deutsche Politik“, das enorme Potential der E-Zigarette bei der Rauchentwöhnung aktiver zu fördern, statt weiter „Nikotinpflaster und Co aus der gesundheitspolitischen Mottenkiste zu holen“.