Quit or die: Indische Regierung fordert E-Zigaretten-Verbot

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Die indische Regierung hat die einzelnen Bundesstaaten in Indien aufgefordert, den Import und Verkauf von E-Zigaretten zu verbieten. Eine bundesstaatliche Umsetzung dieser Forderung hätte weitreichende Folgen für das Land mit der zweitgrößten Raucherpopulation weltweit. Über 100 Millionen indischen Rauchern würde dadurch die Möglichkeit genommen, durch Umstieg auf eine weniger schädliche Alternative die Belastung ihrer Gesundheit deutlich zu reduzieren. Da der Verkauf von Tabakprodukten weiterhin legal bleibt, würde für die Mehrzahl der indischen Tabakraucher in Zukunft gelten: quit or die.

Die WHO prognostiziert zwar einen leichten Rückgang der Raucherzahlen in Indien bis 2025.  Doch der weit überwiegenden Mehrheit der indischen Raucher wird der Rauchstopp bis dahin nicht gelungen sein: Auch 2025 rauchen noch 85 Millionen Inder.

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen stirbt die Hälfte der Raucher an den Folgen ihres Tabakkonsums. Einige Studien gehen sogar von zwei Dritteln aus. Das sind auch zukünftig 40 bis 60 Millionen durch Tabak bedingte Todesfälle in Indien.

Beispiel Großbritannien: Rauchstopp mit E-Zigarette erfolgreich

Im Februar 2018 veröffentlichte die britische Regierungsagentur Public Health England (PHE) einen Report zu E-Zigaretten.

Wesentliche Resultate:

  • E-Zigaretten-Dampf ist min. 95 Prozent weniger schädlich als Tabakrauch
  • Raucher, die auf E-Zigaretten umsteigen, reduzieren ihr Krebsrisiko um 99,5 Prozent

Großbritannien ist eines der Länder mit den weltweit am stärksten rückläufigen Raucherzahlen. Den Schlüssel dieses Erfolges sieht PHE bei der E-Zigarette:

„In der ersten Hälfte des Jahres 2017 waren die Erfolgsquoten für den Rauchstopp in England am höchsten und wurden zum ersten Mal in verschiedenen sozioökonomischen Gruppen beobachtet. Es ist offenkundig, dass E-Zigaretten dazu beigetragen haben.“ (The effect of e-cigarette use on smoking cessation and reduction, PHE-Report)

BfTG-Pressesprecher Philip Drögemüller: „Es ist eine fatale Entscheidung der indischen Regierung, die Bundesstaaten zum Verbot von E-Zigaretten aufzufordern. Denn aufgrund der erheblich geringeren Schädlichkeit besitzt diese Technologie ein großes Potential, Rauchern bei der Reduktion ihres Tabakkonsums zu helfen. Das zeigt das Beispiel Großbritannien, wo die E-Zigarette durch staatliche Stellen gefördert wird und in Folge davon die Raucherzahlen deutlich sinken.“