Presseschau: Medienecho zum Report des britischen Parlamentsausschusses

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Vor einer Woche hat der britische Ausschuss für Wissenschaft und Technologie einen E-Zigaretten-Report mit Forderungen an die britische Regierung veröffentlicht. Darin geht es um die Förderung der E-Zigarette als probates Mittel zur Schadensreduzierung im Nationalen Gesundheitssystem. Das Medienecho in Großbritannien ist gewaltig. Aber auch eine deutsche Zeitung berichtet.

Hier ist eine Auswahl der wichtigsten Publikationen:

  1. BBC-Online

Der Internet-Nachrichtendienst der britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt BBC bietet im Artikel „E-cigarettes can be key weapon against smoking, say MP“ eine sehr ausführliche Darstellung des Themas inkl. Video-Interview mit dem Leiter des Ausschusses Norman Lamb. Außerdem werden Statements zum Report durch die führenden britischen Gesundheitsorganisationen Public Health England, Cancer Research UK, Action on Smoking and Health u.a. veröffentlicht, die allesamt die Forderungen des Ausschusses unterstützen.

  1. The Guardian

Der Guardian ist eine der ältesten noch erscheinenden Tageszeitungen der Welt und blickt auf eine fast 200-jährige Geschichte zurück. Das Blatt genießt weltweit hohes Ansehen für seinen seriösen Qualitätsjournalismus.

Der Artikel Relaxing vaping laws would cut smoking deaths, say MPs fokussiert die Chancen, durch eine Lockerung der E-Zigarettengesetze die Zahl der durch Rauchen bedingten Todesfälle in Großbritannien deutlich zu reduzieren.

Zitiert wird Sir Norman Lamb, der Vorsitzende des Ausschusses: „Tatsache ist, dass 79.000 Menschen in England immer noch jedes Jahr am Rauchen sterben, was skrupellos ist, vor allem, wenn wir wissen, dass wir die Todesrate reduzieren können“.

Eine weitere Einschätzung kommt von Robert West, Professor für Gesundheitspsychologie und Direktor für Tabakstudien am University College London (UCL): „Aus der Sicht eines auf diesem Gebiet tätigen Wissenschaftlers ist der Report eine willkommene und vernünftige Übersetzung der Faktengrundlage in ein Handlungsprogramm. Ich hoffe, dass dies einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Politik haben wird.“

  1. Financial Times

Die Financial Times ist eine an sechs Wochentagen erscheinende Wirtschaftszeitung mit 650.000 Online-Abonnenten.

In dem Artikel Vaping should be promoted by UK government, say MP geht es neben den Forderungen des Ausschusses vor allem um die Frage, ob Jugendliche durch E-Zigaretten zum Rauchen verleitet werden könnten.

Der Leiter des Ausschusses Norbert Lamb stellt klar: „Für die Theorie, dass E-Zigaretten ein Tor zum konventionellen Rauchen für junge Nichtraucher sein könnten, gibt es keine Beweise“. Stattdessen fügte er hinzu: „E-Zigaretten könnten eine Hauptwaffe im Arsenal der nationalen Gesundheit sein“.

Auch die britische Nichtraucherorganisation Action on Smoking and Health (ASH) sieht keinen Nachweis für die sog. Gateway-Theorie: „Es gibt weit verbreitete Bedenken, dass E-Zigaretten mehr junge Menschen dazu bringen werden, mit dem Rauchen anzufangen. Aber diese Befürchtungen sind unbegründet. Die heutigen Daten zeigen, dass der regelmäßige Gebrauch trotz einiger Experimente selten und fast ausschließlich bei einer rückläufigen Zahl von Jugendlichen zu finden ist, die Tabakzigaretten rauchen“, sagt Hazel Cheeseman, die politische Direktorin von ASH. Sie weist darauf hin, dass „die weit überwiegende Mehrheit der E-Zigaretten-Nutzer in Großbritannien aktuelle oder zunehmend ehemalige erwachsene Raucher“ sind.

  1. Hannoversche Allgemeine Zeitung

Auch in Deutschland wurde über das Thema berichtet. Bisher gibt es jedoch lediglich einen Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) und den angegliederten Regionalausgaben. Die HAZ ist eine in Norddeutschland verbreitete Tageszeitung mit einer verkauften Auflage von rund 150.000 Exemplaren.

Der Artikel Großbritannien setzt auf E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung thematisiert die Tatsache der Schadensminimierung durch E-Zigaretten: „In dem Report kommen neben Wissenschaftlern und Politikern auch Vertreter der Branche zu Wort. Sie alle verweisen auf die Ergebnisse einer Studie der PHE (Public Health England) aus dem Jahr 2015, wonach die E-Zigarette mindestens 95 Prozent weniger Schaden anrichtet als herkömmliche Tabakzigaretten.“

Zitiert wird die Einschätzung von Duncan Selbie, dem Leiter von Public Health England: „Wir wollen innerhalb von zehn Jahren eine tabakfreie Generation erleben“. Dieses Ziel sei (mit der E-Zigarette) „in Sichtweite“. Auch ein Statement von Linda Bault wird zitiert. Sie ist Professorin für Gesundheitspolitik an der Universität Stirling: Der Report sei „eine willkommene und auf Beweisen beruhende Atempause von all der Panikmache über das Dampfen“.

Dieses ist nur eine kleine, aber wichtige Auswahl der zahlreichen internationalen Veröffentlichungen nach Erscheinen des britischen Reports.

Dustin Dahlmann, Vorsitzender Bündnis für Tabakfreien Genuss: „Die gesundheitspolitischen Organisationen in Großbritannien sind seit Jahren ein leuchtendes Beispiel für den vernünftigen und faktenbasierten Umgang mit der Thematik E-Zigarette. Die Tatsache, dass nun ein Parlamentsausschuss einen umfangreichen Forderungskatalog zur Förderung der E-Zigarette veröffentlicht hat, ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der politischen Anerkennung des Produkts als wirksames Mittel zur Harm Reduction. Politiker in Deutschland sollten sich diesen Report ihrer britischen Kollegen genau anschauen.“