Appell des europäischen E-Zigaretten-Dachverbands an die WHO 

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Der unabhängige europäische E-Zigarettenverband IEVA  hat einen Appell an die achte Vertragsstaatenkonferenz (COP 8/ FCTC) der Weltgesundheitsorganisation in Genf veröffentlicht. Das Bündnis für Tabakfreien Genuss, als eines der Gründungsmitglieder der IEVA (Independent European Vape Alliance), veröffentlicht eine Übersetzung größerer Teile des Dokuments.  

Positionen der IEVA:

  • Wir sind der Ansicht, dass die Behandlung elektrischer Zigaretten in früheren Konferenzen (COP) nicht wissenschaftlich motiviert war und sie eher als Bedrohung denn als Chance im Kampf gegen das Rauchen behandelt werden. E-Zigaretten haben sich als innovative Produkte mit enormem Potenzial zur Verringerung der schädlichen Auswirkungen des Rauchens für umstiegswillige Raucher erwiesen. Immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass E-Zigaretten keinen Einstieg (Gateway) in den konventionellen Tabakkonsum darstellen, sondern im Gegenteil einen Ausstieg daraus.
  • Seit 2014 hat die EU einen der weltweit strengsten gesetzlichen Rahmen für E-Zigaretten geschaffen, einschließlich der höchsten Standards in Bezug auf Qualität, Sicherheit, Verbraucherinformation, Werbung und Gesundheitswarnungen. Die meisten EU-Mitgliedstaaten haben elektrische Zigaretten noch stärker reguliert, insbesondere in Bezug auf den Verkauf und die Verkaufsstellen. Dadurch ist die EU weltweit führend bei der Regulierung dieser Produkte.
  • Die EU-Verordnung wird erst seit 2016 in den Mitgliedstaaten umgesetzt. Deshalb sollten weitere Regulierungsempfehlungen in der COP 8 zu E-Zigaretten erst dann formuliert werden, wenn valide Daten darüber vorliegen, welche Auswirkungen die bestehende Verordnung für die Raucherquote in Europa hat. Außerdem sollte die Frage gestellt werden, ob weitere Maßnahmen überhaupt erforderlich sind. Die EU sollte daher ihr eigenes Regulierungssystem als das umfassendste der Welt verteidigen und keine zusätzlichen Vorschläge zu elektrischen Zigaretten in Betracht ziehen, die von den Mitgesetzgebern in Europa schon abgelehnt wurden.
  • Die Konferenzen COP 6 und COP 7 haben gefordert, dass die Forschung zu elektrischen Zigaretten vertieft werden muss. Dies begrüßen und unterstützen wir. Wir bedauern jedoch, dass viele der veröffentlichten Studien über das Schadensminderungspotenzial von elektrischen Zigaretten systematisch ignoriert und viele neue Berichte und Forschungen von renommierten Instituten und Organisationen nicht berücksichtigt wurden. Organisationen wie das britische Royal College of Physicians oder die American Cancer Society betonen das Potenzial dieser Produkte bei der Änderung von Rauchgewohnheiten und der Reduktion der Raucherquote insgesamt. Diese Ergebnisse sollten sich in den Schlussfolgerungen der Konferenz zu elektrischen Zigaretten widerspiegeln.
  • Dementsprechend sollten elektrische Zigaretten eindeutig anders behandelt werden als herkömmlicher Tabak, und die für Tabak geltenden Vorschriften sollten nicht kopiert und auf E-Zigaretten übertragen werden. Die kontrollierte Förderung des Dampfens innerhalb der Grenzen des derzeitigen EU-Regelwerks ist notwendig, um immer mehr Raucher von dieser weniger schädlichen Alternative zu überzeugen.
  • Wir begrüßen den im Bericht des FCTC-Sekretariats über elektrische Zigaretten enthaltenen Vorschlag, die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO um die Erstellung eines Berichts zum Schadenspotential der E-Zigarette zu bitten. Jedoch sind wir der Meinung, dass die IARC sich nicht auf eine Einzeldarstellung beschränken sollte, da diese nur das absolute Krebsrisiko thematisieren würde. Wir glauben, dass die Arbeit der IARC darüber hinaus gehen und sich auch auf das relative Risiko von elektrischen Zigaretten im Vergleich zum Zigarettenrauchen konzentrieren sollte, da die elektrische Zigarette eine erwiesen deutlich weniger schädliche Alternative zu Tabak darstellt (ohne natürlich an sich unschädlich zu sein).
  • Angesichts der vielen Studien und Untersuchungen zur E-Zigarette sind wir der Meinung, dass die IARC mit anderen internationalen und unabhängigen medizinischen und wissenschaftlichen Organisationen zusammenarbeiten sollte.
  • Schließlich unterstützen wir den Aufbau einer Gruppe von Experten, die die Marktentwicklung und die gesellschaftliche Verbreitung elektrischer Zigaretten untersuchen und die Ergebnisse der nächsten Konferenz (COP 9) als Bericht vorlegen. Diese Expertengruppe sollte unter Beteiligung von Verbraucherorganisationen und Vertretern von (unabhängigen) Industrievertretern aufgebaut werden.

Link zum Dokument der IEVA