Erste Tabak-Zigarette führt zum Dauerrauchen. Erste E-Zigarette wieder raus.

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  • Schon das Ausprobieren von Tabak-Zigaretten führt laut einer aktuellen Studie bei mehr als zwei Dritteln der Betroffenen zum dauerhaften Rauchen.
  • Das ist bei der E-Zigarette nicht der Fall. Vielmehr unterstützen E-Zigaretten Tabak-Raucher nachweislich beim Rauch-Stopp.
  • Klares Credo der Wissenschaftler: Die Politik soll aktiver den Einstieg in den Tabak-Konsum verhindern.

Der rasche Weg in die Tabak-Abhängigkeit

Was sich viele bereits schon gedacht haben ist nun wissenschaftlich belegt: Das Ausprobieren von Tabak-Zigaretten führt mit großer Wahrscheinlichkeit zum dauerhaften Tabak-Konsum. Das ergibt eine neue Studie von Professor Peter Hajek, einem renommierten Experten zum Thema Tabak-Abhängigkeit der Queen Mary University of London.

Hajek und sein Experten-Team werteten per Meta-Studie acht Umfragen aus Großbritannien, den USA, Australien und Neuseeland mit insgesamt über 216.000 Teilnehmern aus. Das Ergebnis gibt zu denken: Rund 69 Prozent derjenigen, die mal eine Tabak-Zigarette ausprobiert haben, beginnen später täglich zu rauchen. Von da an ist, wie jeder Betroffene weiß, der Tabak-Stopp eine große Herausforderung. Mit jedem Herumprobieren wächst also die Kundschaft der Tabak-Konzerne.

Experten fordern: Start in die Tabak-Abhängigkeit konsequent verhindern

Das heißt im Klartext: Allein das Experimentieren mit Tabak-Produkten hat eine erhebliche negative Wirkung. Tabak-Produkte bringen über zwei Drittel der Betroffenen zum Rauchen.

Nicht ohne Grund befürworten die Autoren eine effektive Tabak-Regulierung: „The finding supports strongly the current efforts to reduce cigarette experimentation among adolescents.“

Tabak-Produkte sind das Problem – nicht die E-Zigarette

Völlig anders als Tabak bewertet Hajek die E-Zigarette in einer ergänzenden Pressemitteilung: Nur sehr wenige Abstinente, die mal eine E-Zigarette ausprobiert haben, bleiben beim Dampfen. Unterstützung kommt von der bekannten E-Zigarettenexpertin Professor Linda Bauld (Universität Stirling, Link, Link). Professor Hajek betont zudem, dass Nikotin nicht der einzige Faktor bei der Tabak-Abhängigkeit ist. Das zeigt wiederum: Die Kritik an nikotinhaltigen E-Zigaretten greift viel zu kurz.

„Die Hajek-Studie zeigt, wie rasch Tabak aus Nichtrauchern Raucher macht. Im Gegensatz zu Tabak-Produkten spricht die E-Zigarette de facto keine Nichtraucher an. Bleibt es aber beim Trend das Dampfen wie Tabak zu regulieren, verspielt die Politik eine Chance für viele Raucher. Jede übermäßige Regulierung der E-Zigarette spielt den Tabak-Konzernen und ihren Tabak-Produkten in die Hände.“, so Thomas Mrva, Vorstandsmitglied des Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG).

Jetzt ist die Politik am Zug. Denn erneut weisen Experten auf die Risiken des Tabak-Konsums hin. Die erste Tabak-Zigarette führt zum Dauerrauchen. Aber die Erste E-Zigarette wieder raus. Meint es die Politik mit ihren gesundheitspolitischen Zielen ernst, berücksichtigt sie diese Unterschiede.

Quelle: Hajek, Peter u.a.: What proportion of people who try one cigarette become daily smokers? A meta analysis of representative surveys, in: Nicotine & Tobacco Research, November 4, 2017; https://doi.org/10.1093/ntr/ntx243