Keine Gleichstellung mit Tabak! Dampfer sind keine Raucher

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Die Erfolgsquote ist hoch: Über sechs Millionen EU-Bürger haben den Rauchstopp mit der E-Zigarette geschafft. 99 Prozent der heutigen E-Zigarettennutzer sind ehemalige Tabakraucher. Fakt ist aber auch: Von 512 Millionen EU-Bürgern rauchen aktuell über 130 Millionen Menschen (26 Prozent).

Das Potential der E-Zigarette für umstiegswillige Raucher ist also sehr groß. Doch es wird von gesundheitspolitischer Seite noch viel zu wenig genutzt. Ein Beleg dafür ist die politische Gleichsetzung der um 95 Prozent weniger schädlichen Alternative mit der erwiesen schädlichen Tabakzigarette. Dies führt zu Fehlregulierungen und hemmt die Entwicklung der E-Zigarette als Mittel zum Tabak-Stopp.

Negativ-Beispiel: Nichtraucherschutz-Initiative in Berlin

Der Berliner Senat hat am 11.09.2018 beschlossen, den Nichtraucherschutz zu verschärfen. Ein entsprechender Änderungsentwurf wird im Abgeordnetenhaus eingebracht und das neue Gesetz könnte im kommenden Jahr in Kraft treten.

Auch für E-Zigarettennutzung sind neue Regeln geplant. So soll unter anderem der Gebrauch von E-Zigaretten analog zu Tabak in der Gastronomie verboten werden. Jedoch soll das Dampfen weiterhin z.B. in Raucherräumen möglich sein. Wohlgemerkt an Orten, die Menschen zum Rauchen aufsuchen. Warum dann noch von schädlichem Tabak zur risikoärmeren E-Zigarette wechseln?

Zitat Gesundheitssenatorin Kolek: „Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass Tabakrauch nicht nur denen schadet, die selbst rauchen, sondern auch den Passivraucherinnen und -rauchern. Daher müssen wir Nichtraucherinnen und Nichtraucher schützen. Das Berliner Nichtraucherschutzgesetz hat sich dabei bewährt. Aber nach zehn Jahren war es an der Zeit, technische Neuerungen wie E-Zigaretten zu berücksichtigen und überholte Ausnahmebestimmungen wie für Shisha-Bars aufzuheben.

Die Shisha-Regelung

Der Entwurf sieht auch eine neue Regelung für Shisha-Bars vor. E-Zigarettennutzung soll hier ebenfalls untersagt werden. Diese Entscheidung erschließt sich bei einem Blick auf die Faktenlage nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 2009 eine Bewertung veröffentlicht, wonach die Verwendung von Wasserpfeifen kaum weniger gefährlich sei als Zigarettenkonsum. Eine amerikanische Studie kommt zu dem Schluss, dass Angestellte in Shisha-Bars verstärkt unter den Folgen des Passivrauchs leiden. Fakt: Passivrauch ist mit dem ausgeatmeten Dampf einer E-Zigarette nicht zu vergleichen. Siehe unten.

Vergleich Berlin – London

Während der britische Wissenschaftsausschuss erkannt hat, dass E-Zigarettendampf nicht auf eine Schädigungsstufe mit Tabakrauch gestellt werden darf und vor einigen Wochen offiziell gefordert hat, die Verwendung von E-Zigaretten in Rauchverbotszonen ausdrücklich zuzulassen, gehen die Berliner Kollegen den entgegengesetzten Weg. Dabei werden wichtige wissenschaftliche Fakten ignoriert.

Thema Passivdampf: Laut dem Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut entspricht die gemessene Konzentration an Formaldehyd im E-Zigarettendampf der Konzentration in der menschlichen Atemluft. Auch eine aktuelle Studie der Universität Cassino und der Wissenschaftliche Dienst des britischen Parlaments sehen kein signifikantes Gesundheitsrisiko durch Passivdampf.

Bereits 2012 wurde an der Clarkson-Universität in New York nachgewiesen, dass für die Umgebung eines E-Zigarettennutzers keine Schädigung durch Passivdampf besteht: „Bei allen gemessenen Nebenprodukten erzeugen elektronische Zigaretten sehr geringe Expositionen gegenüber Tabakzigaretten. Die Studie weist aufgrund der analysierten Verbindungen kein offensichtliches Risiko für die menschliche Gesundheit aufgrund von E-Zigaretten-Emissionen auf.

Dustin Dahlmann, Vorsitzender des BfTG

Die politische Gleichsetzung von E-Zigaretten mit Tabakprodukten ist ein großer Fehler. Wenn die faktisch bewiesenen gewichtigen Vorteile des Dampfens gegenüber dem Rauchen ignoriert werden, wird das Umdenken bei einer Vielzahl von Rauchern verhindert. Noch immer wissen weite Teile der deutschen Bevölkerung nichts von der deutlich geringeren Schädlichkeit der E-Zigarette. Hier besteht akuter Aufklärungsbedarf, der durch weitere unnötige Restriktionen wie jetzt in Berlin allerdings torpediert wird.“