E-Zigarette: Prof. Heino Stöver schüttelt den Kopf über die deutsche Suchtforschung

Das unabhängige Informationsportal „eGarage“, renommierter Branchendienst rund ums Dampfen, hat kürzlich Heino Stöver interviewt (LINK). Professor Stöver ist Direktor und Suchtforscher an der Fachhochschule Frankfurt am Main und hat vor wenigen Wochen eine umfassende Meta-Studie zur E-Zigarette vorgelegt. Das BfTG hat darüber berichtet.

Das Interview von eGarage mit Stöver hat es in sich: Stöver kritisiert darin nicht nur Ignoranz der deutschen Politik gegenüber der E-Zigarette. Die Haltung und die vorgebrachten Argumente gegen E-Ziggis nennt Stöver uninformiert und unglaubwürdig. Manchmal würden sogar unhaltbare Falschinformationen über das Dampfen verbreitet.

Doch der eigentliche Knaller im Interview ist Stövers Klage über den Mainstream der deutschen Suchtforschung. Auf den Punkt gebracht bestätigt Prof. Stöver den Eindruck, dass es Absprachen geben könnte, die E-Zigarette wider besseres Wissen zu verteufeln. Es dränge sich der Verdacht auf, so Stöver, dass es in einflussreichen Teilen der Suchtforschung „eine enge Verknüpfung zur Gesundheitswirtschaft“ gibt. Stöver nennt es „auffällig“, dass andere Nikotinersatz-Therapien (nämlich die der Pharmaindustrie) durchaus wohlwollend beurteilt werden, das Potenzial der E-Zigarette als Entwöhnungstherapie für Tabaksüchtige aber ignoriert werde. Dass Stöver in diesem Zusammenhang namentlich Martina Pötschke-Langer nennt, die bis vor kurzem beim Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die entscheidende Position in Sachen Tabakprävention innehatte, wundert den informierten e-Dampfer nicht.

Zu den Erfahrungen von Prof. Stöver passt die aktuelle Entscheidung der European Chemicals Agency (ECHA), dass die Substanz 1,2-Propandiol auch weiterhin NICHT als atemwegsreizend anzusehen ist (obwohl das immer wieder behauptet worden ist) und deshalb auch nicht davor gewarnt werden muss. Die Substanz ist besser bekannt unter dem Namen Propylenglykol (PG) und ist ein wichtiger Trägerstoff in Liquids für E-Zigaretten aber auch die Flüssigkeit, aus der Theater- bzw. Disko-Nebel entsteht. PG als atemwegreizend zu klassifizieren war von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin offensichtlich unter anderem auf Betreiben von Frau Pötschke-Langer (DKFZ) beantragt worden.

Prof. Stöver Schlussfolgerungen seiner Forschung zur E-Zigarette sind jedenfalls deutlich: „Offenbar wird es als Gefahr für die eigene Karriere gesehen, die E-Zigarette aufgeschlossener und mit der eigentlich gebotenen wissenschaftlichen Neutralität zu betrachten.“ Das ist in der Tat harter Tobak! Stövers Erfahrungen mit maßgeblichen Akteuren der Suchtforschung sind somit sehr ernüchternd, wenn nicht sogar beschämend – und sie werfen viele Fragen auf und bestätigen so manchen lange gehegten Verdacht. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO macht gegen die e-Zigarette Front. Somit lassen sich die aktuellen gesundheitspolitischen Regulierungen der E-Zigarette erklären. Ähnliche Schlussfolgerungen hat im übrigen der unabhängige Filmemacher Aaron Biebert in seinem investigativen Dokumentarfilm „A Billion Lives“ gezogen. Das BfTG hat berichtet.

Interessant für die Dampfer-Szene, allen voran für alle E-Zigaretten-Händler und Liquid-Hersteller ist ein Rat, den Stöver gibt: Bloß keine gemeinsame Sache machen mit der Tabak-Industrie oder der mächtigen Tabak-Lobby. Für Stöver wäre das ein kapitaler Fehler. Denn der politische Druck auf Tabak werde zurecht weiter zunehmen. Ebenso die Regulierung dieses erwiesenermaßen stark gesundheitsschädlichen Suchtmittels. Die E-Zigarette sollte sich deshalb als klare Alternative positionieren, die mit wesentlich weniger Gesundheitsgefahren verbunden ist. Genau diesem Grundsatz (keine Mitglieder der traditionellen Tabak-Industire aufzunehmen) hat sich das BfTG von Anbeginn verschrieben.

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