UK-Gesundheitsorganisationen empfehlen E-Zigarette

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Trotz der entnervenden Brexit-Debatte gibt es für britische Bürger auch immer mal wieder Grund zur Freude. In diesem Fall für den rauchenden Teil der Bevölkerung, der einen Tabakstopp plant. Denn die britische Gesundheitspolitik nimmt ihren Auftrag ernst, Rauchern beim Ausstieg aus dem Tabakkonsum zu helfen. Basierend auf den Fakten zur Harm Reduction haben die größten beiden Gesundheitsorganisationen in UK in neuen Veröffentlichungen die E-Zigarette als sehr gutes Mittel zum Tabakstopp empfohlen.

  1. Cancer Research UK

Die weltweit größte Nichtregierungsorganisation für Krebsforschung, Cancer Research UK, rät medizinischem Fachpersonal in Großbritannien zum Einsatz der E-Zigarette bei der Beratung von Rauchern zum Tabakstopp. In einem neuen Report wird klar Stellung bezogen:

„Unterstützung der Verwendung von E-Zigaretten als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung: Es wird empfohlen, dass sie neben der Verhaltensunterstützung auch verwendet werden können.“ (S. 4, 22).

„Aktuelle Beweise deuten darauf hin, dass E-Zigaretten weniger schädlich sind als brennbarer Tabak, und die Konsumenten geben an, dass E-Zigaretten für die Raucherentwöhnung geeignet sind.“ (S. 21).

  1. Public Health England (PHE)

PHE hat in der gestrigen Ausgabe des Daily Express die E-Zigarette als erste Möglichkeit zum Rauchstopp genannt.

Zitate Martin Dockrell, Leiter für Tabakkontrolle bei PHE:

“Eine der besten Möglichkeiten, das Rauchen aufzugeben, besteht darin, zuerst eine E-Zigarette zu verwenden.”

“Tausende haben bereits mit dem Rauchen aufgehört, indem sie zu einer E-Zigarette gewechselt sind.”

“E-Zigaretten sind nicht völlig risikofrei, aber weniger schädlich als Rauchen.”

“Sie können Ihre Chancen, das Rauchen aufzugeben, sogar verdoppeln.”

Leitlinie in Deutschland

In der S3-Leitlinie “Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums” von 2015 wird die E-Zigarette zur Raucherentwöhnung ausdrücklich nicht empfohlen.

“E-Zigaretten sollen nicht empfohlen werden, bevor sie nicht unter den Bedingungen der Arzneimittelprüfung auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit bei der Harm Reduction und Tabakentwöhnung untersucht worden sind.” (Seite 64 ff.)

Diese Leitlinie ist noch bis zum 30.07.2019 gültig.

Einschätzung Philip Drögemüller vom BfTG

“Die Bedeutung von Harm Reduction wird in Großbritannien mittlerweile komplett verstanden. Hierzulande muss in dieser Hinsicht noch viel mehr passieren. Wir fordern die Autoren der Leitlinien in Deutschland dazu auf, das große Potential der E-Zigarette für den Tabakstopp, analog zur Entwicklung in Großbritannien, anzuerkennen und diese mit in die neu zu entwickelnde S3-Leitlinie aufzunehmen.”

2019-03-15T11:02:23+02:0014.03.2019|