Dampfen im Auto – Mortler drückt auf die Tube

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Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) setzt sich – so ist seit Wochen zu lesen (Link) – vehement gegen das Rauchen in Autos ein. Die Länder bogen kürzlich ebenfalls auf den Weg zu einem Rauchverbot in PKWs ab. Gut so. Auch für Passivraucher ist das bekanntermaßen krebserregend. Und: Wenn Kinder und Schwangere im PKW mitfahren, ist rauchen ein absolutes „no go“.

Mit ihrem Drogen- und Suchtbericht hat Frau Mortler jetzt zur Thematik weiter auf die Tube gedrückt – und sich offensichtlich zum Thema Dampfen im Auto „verfahren“. Mortler verweist in dem Bericht auf eine Passivrauchstudie des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), die sich erneut mit dem Risiko des Passivrauchens beschäftigten.

Und hier wird es auch für Dampfer interessant. Die Studie vergleicht die Innenraumluftbelastung durch Tabak-Zigaretten, Heat not Burn-Tabak und E-Zigaretten. Die Schlussfolgerung: Jeglicher Konsum aller Produkte solle in PKWs zum Schutze Dritter vermieden werden. Nicht nur Rauchen, sondern auch Dampfen im Auto ist schädlich? Das schauen wir uns mal genauer an:

Richtige Richtung: Tabak und HNB belasten Innenräume

Tabak-Produkte – also gewöhnliche Zigaretten und Heat not Burn – emittieren feste Partikel. Die Forscher stellten eine Belastung der Innenraumluft im PKW durch Tabak-Zigaretten wie in Rauchergaststätten fest. Auch bei der Verwendung von Heat not Burn-Tabak konnten die Wissenschaftler hohe Gehalte an Ultrafeinstaubpartikeln in der Raumluft nachweisen. Das war zu erwarten.

Falsch abgebogen: E-Zigarettendampf ist nichts anderes als Nebel

Klar ist: Die E-Zigarette gibt lediglich feine Flüssigkeitströpfchen ab. Das stellt auch die LGL-Studie fest. Ihre Aldehydmessung ergab zudem Entwarnung. Und dennoch bewertet das LGL Liquid-Dampf negativ. Zu Unrecht. Denn de facto geht von solchen Tröpfchen null Risiko aus. Sie lösen sich bereits vor dem Einatmen auf. Das geht klar aus einer anderen aktuellen Studie hervor, die E-Zigarettendampf und Tabak-Rauch detailliert vergleicht. Liquid-Dampf ist danach praktisch nichts Anderes als winzige Tröpfchen in der Luft – vergleichbar mit Nebel. Das Dampfen im Auto zu verbieten, wäre daher ebenso schlüssig wie das Verbot von Herbstspaziergängen, wenn es draußen diesig ist.

Fazit: Bei den Schlussfolgerungen zu Ihren Untersuchungen sind die Forscher irgendwo falsch abgebogen.

Falsches Signal: Keine rote Ampel fürs Dampfen im Auto

Gerade aufgrund des enormen Potenzials der E-Zigarette beim Tabak-Stopp wäre es jetzt das falsche politische Signal, die Ampel fürs Dampfen im Auto auf Rot zu schalten. Vor allem, wenn wissenschaftlich wirklich nichts dafür spricht, unnötige „Verbotsschilder“ aufzustellen. Ob im Auto gedampft wird, das muss weiter jeder selbst entscheiden können. Ein wenig Selbstverantwortung darf man den Bürgerinnen und Bürgern schon noch zutrauen.