Mythen und Fakten

Die elektronische Zigarette (E-Zigarette): ein missverständlicher Name, ein sehr erklärungsbedürftiges Genussmittel, ein komplett neuer Markt mit großen Chancen in Bezug auf eine weltweite Harm-Reduction. Über die E-Zigarette existieren viele Mythen – wir machen hier den Fakten-Check!

 

Mythos: Die E-Zigarette ist nur eine neue Form der traditionellen Tabakzigarette.

Fakt: Die E-Zigarette enthält keinerlei Tabak und es findet keine Verbrennung statt. Somit ist die E-Zigarette ein komplett anderes Genussmittel.

 

Mythos: Die E-Zigarette verursacht vergleichbare gesundheitliche Risiken für Konsumenten.

Fakt: Studien belegen, im Vergleich zur Tabakzigarette, eine deutlich geringere Schädigung. Grund hierfür ist vor allem, dass zum einen die Flüssigkeit – das Liquid – nicht verbrannt, sondern bei deutlich geringeren Temperaturen verdampft wird. Zum anderen enthalten die Liquids keine der im Tabak der Zigaretten enthaltenen Zusatzstoffe, bei denen beim Erhitzen potentiell krebserzeugende Verbindungen entstehen.

 

Mythos: Das Phänomen des Passiv-Rauchens existiert genauso bei E-Zigaretten.

Fakt: Im Gegenteil! Momentan gibt es keine Hinweise auf schädliche Stoffe im Passiv-Dampf von E-Zigaretten. Der „Passiv-Dampf“ einer E-Zigarette ist eher mit „verbrauchter Atemluft“ zu vergleichen.

 

Mythos: Die E-Zigarette ist ein Einstiegs-Produkt für Jugendliche in den Konsum von Tabakzigaretten.

Fakt: Aktuell gibt es aus unterschiedlichen Befragungen und Untersuchungen keinerlei Hinweise darauf, dass Jugendliche durch den Konsum der E-Zigarette animiert werden auf Tabakzigaretten umzusteigen. Darüber hinaus ist der Anteil der jugendlichen Konsumenten unter 18 Jahren bei E-Zigaretten verschwindend gering – je nach Befragung zwischen 1 und 3 %. Es wird jedoch immer Jugendliche geben, die mal was “Neues” ausprobieren wollen. Dagegen helfen jedoch am wenigsten Verbote.

 

Mythos: Die E-Zigarette bringt Ex-Raucher wieder zurück zum Tabak.

Fakt: Untersuchungen in unterschiedlichen Ländern belegen, dass wesentlich mehr Raucher durch die E-Zigarette den Ausstieg vom Tabakkonsum schaffen, als Ex-Raucher wieder zurück zum Tabakkonsum wechseln. E-Zigaretten sind eine weniger schädliche Alternative für aktive Raucher.

 

Mythos: E-Zigaretten Hersteller richten ihr Marketing besonders auf Jugendliche aus.

Fakt: Nahezu alle seriösen deutschen Hersteller und E-Zigarettenhändler verpflichten sich seit langem freiwillig dem Jugendschutz, indem sie nicht an Jugendliche unter 18 Jahren verkaufen und ihr Marketing lediglich Erwachsene, vor allem Raucher anspricht.

 

Mythos: Die E-Zigaretten-Branche sträubt sich gegen die Regulierung ihres Marktes, um weiter im „regelfreien“ Raum agieren zu können.

Fakt: Die seriösen Hersteller begrüßen eine strenge Regulierung, damit endlich Rechtssicherheit besteht. Eine Gleichstellung mit der Tabak-Zigarette und eine Überregulierung lehnen die Marktteilnehmer jedoch ab. Darüber hinaus wirken bereits einige deutsche Hersteller bei der Erarbeitung von Normen und Standards nach DIN-Norm.

 

Mythos: Es existieren keinerlei wissenschaftlich seriöse Studien, die belegen, dass E-Zigaretten weniger gefährlich sind als Tabakzigaretten.

Fakt: Das ist falsch. Seit einiger Zeit forschen deutsche und internationale Teams an der alternativen Nikotinaufnahme durch E-Zigaretten. Sie verwenden u.a. tierversuchsfreie Zellstudien, um die Wirkung auf den menschlichen Körper abzubilden. Dabei wurden bisher keine ernsten negativen Auswirkungen festgestellt. Trotzdem ist die wissenschaftliche Grundlage zur Bewertung der Auswirkungen des Genusses der E-Zigarette noch nicht ausreichend. Deswegen unterstützen vor allem deutsche Unternehmen aktiv weitere Studien, um ein höchstmögliches Maß an Verbrauchersicherheit gewährleisten zu können.

 

Mythos: Die Flüssigkeiten in E-Zigaretten enthalten Chemikalien, die z.B. in Frostschutzmitteln vorkommen.

Fakt: Man unterscheidet verschiedene Reinheitsgrade bei Propylenglykol (PG – chem. Bezeichnung: 1,2 Propandiol). Propylenglykol wird in der technischen Variante (Reinheitsgrad: ungereinigt) auch als Frostschutzmittel (z.B. Flugzeugenteisung) verwendet, genauso, wie z.B. auch Streusalz. Das in Arzneimitteln, in der Lebensmittelindustrie und in Liquids für E-Zigaretten verwendete PG ist allerdings die medizinische Variante (Reinheitsgrad: USP oder EU Ph. in Arzneimittelbuch-Qualität), hat bei der Verwendung in E-Zigaretten keinerlei negative Auswirkungen auf den Körper und ist somit mit der industriellen bzw. technischen Variante überhaupt nicht vergleichbar. Niemand verwendet schließlich Streusalz beim Kochen! Seit über 50 Jahren findet diese Variante des medizinischen PG in der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie Anwendung und erfüllt strengste pharmazeutische Anforderungen. Diese Qualitätsanforderungen gelten gleichermaßen für alle Bestandteile von Liquid für E-Zigaretten, daher treffen diese Aussagen bei genauerer Analyse der Fakten nicht zu.

 

Mythos: Die E-Zigarette ist ein geeignetes Produkt zur Tabakentwöhnung.

Fakt: Studien belegen zwar, dass weltweit Millionen Raucher durch die E-Zigarette keinen Tabak mehr konsumieren. Trotzdem bleibt die elektronische Zigarette ein Genussmittel und wird auch als solches vermarktet. Die „Hilfe“ bei der Entwöhnung von der Tabakzigarette ist ein (willkommener) Nebeneffekt. Ein Nebeneffekt, der vor allem im angelsächsichen Raum auch von Suchtmedizinern sowie Gesundheitsbehörden unter dem Begriff der „Harm Reduction“ (Schadenminimierung) begrüßt wird.

 

Mythos: Beim Gebrauch von E-Zigaretten wird das Rauch-Ritual aufrecht erhalten.

Fakt: Das ist richtig! Ein Raucher, der seine “Rauchgewohnheit” nicht aufgeben kann oder will, empfindet in der E-Zigarette einen ähnlichen Ritus, das Inhalationsgefühl etc., allerdings in Verbindung mit der Vermeidung der gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen der Tabak-Zigarette bzw. Tabak-Rauch. Im Gegensatz zu anderen Nikotin-Ersatzprodukten macht das die E-Zigarette für einen Raucher so interessant bei deutlich geringerem gesundheitlichen Gefährdungspotential.